Was ist mit den Bauzinsen?
Obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) Ende 2008 zum dritten Mal in Folge eine Leitzinssenkung um 0,75 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent durchführte, sind die Konditionen für Baugeld innerhalb der letzten Wochen immer mehr gestiegen. Hatte es Mitte März dieses Jahres noch ein Zinstief gegeben, sind die Bestsätze für zehnjähriges Baugeld um 0,40 Prozentpunkte nach oben gegangen - mit steigender Tendenz. Ein 150.000 Euro-Darlehen auf Zehnjahressicht wird sich so mit den steigenden Zinsen um 5.000 Euro verteuern.
Diese Zahlen basieren auf dem Hintergrund der drohenden Inflation durch die sich wieder stabilisierenden Weltwirtschaft und den steigenden Ölpreisen, die die Kapitalmarktzinsen unter Druck setzen. Durch Verkäufer, die Staatsanleihen abstoßen und in riskante Anlageformen umschichten, da sie mit steigenden Inflationsraten rechnen, kommen solche Erhöhungen zustande.
Deshalb setzen Anleger in letzter Zeit vermehrt auf sogenannte Volltilger-Darlehen, die die aktuelle Zinslage für die gesamte Laufzeit bis zur Zurückzahlung aller Schulden berücksichtigen. Durch dieses Angebot bekommt der Kreditnehmer absolute Planungssicherheit und ist während der Vertragslaufzeit auch unabhängig vom Weltmarkt. Momentan ist wohl ein Immobilienkauf zur Eigennutzung die sicherste Anlage des eigenen Geldes.
Zusätzlich ist der Kauf einer Immobilie auch eine Altersvorsorge für die Zukunft. Aktiengesellschaften rechnen zwar kurzfristig mit einer weiteren Steigung der Baugeldzinsen, auf lange Sicht wird auf dem Markt für Baugeldzinsen aber nicht viel geschehen und die Kurse werden sich mit ähnlichen Werten festigen. Auch in Zukunft raten deshalb Kreditvermittler für Immobilienfinanzierungen vermehrt, auf Sicherheit zu setzen und langfristige Konditionen zu nutzen. Besonders für junge Kunden mit Kindern und/oder Neubauvorhaben empfehlen sich lange Laufzeiten mit Sondertilgungen.