04.01.2012 10:50 Uhr
Wie kann man bonitätsabhängige Zinsen beeinflussen?
Wer in diesen Tagen einen Vergleich der Bauzinsen durchführt, der trifft auf eine hohe Zahl von Angeboten, bei denen der Wert der effektiven Jahreszinsen mit dem Zusatz „ab“ gekennzeichnet ist. Das bedeutet, dass es sich hier um einen bonitätsabhängigen Zinssatz handelt, bei dem der niedrigste Wert von den Banken nur demjenigen Kreditnehmer gewährt wird, der optimale Bedingungen mitbringt. Sie werden durch folgende Kriterien gekennzeichnet:
• monatliches Einkommen
• prozentualer Anteil der Baufinanzierung am Beleihungswert
• Rang der Hypothek im Grundbuch
Vor allem über die sonstigen Sicherheiten kann man Einfluss auf die Höhe der Bauzinsen nehmen. Dabei akzeptieren die Banken besonders gern die Dinge, die sich schnell und ohne großen Aufwand zu Gunsten der Forderungen aus dem Baukredit verwerten lassen. Das wären beispielsweise Sparguthaben. Hier sollte man aber ohnehin schon vor dem Kreditantrag schauen, ob ihre Guthabenverzinsung höher liegt als der für den Baukredit erhobene effektive Jahreszins. Ist das nicht der Fall, ist es wirtschaftlich sinnvoller, diese Beträge als Eigenkapital direkt in die Baufinanzierung mit einzubringen.
Auch Wertpapiere bieten sich zwecks Reduzierung von bonitätsabhängigen Bauzinsen an. Doch an sie werden einige Anforderungen gestellt. Zuerst einmal müssen sie als Inhaberpapiere ausgelegt sein, die jederzeit an der Börse gehandelt werden können. Damit sollte auch keine Unternehmereigenschaft verbunden sein. Auch werden sie nicht in voller Höhe des aktuellen Werts als Sicherheiten für den Baukredit anerkannt.
Bei DAX-Unternehmen rechnen die Banken üblicherweise bis zu maximal 80 Prozent des Nennwerts der Aktien an. Aktien von Unternehmen, die nicht in den deutschen Indizes gelistet sind, erfolgen individuelle Bewertungen, wobei man davon ausgehen sollte, dass sie höchstens bis zur Hälfte ihres Nennwerts angerechnet werden. Wertpapiere, die zu den so genannten Penny Stocks zählen, werden von den Banken gar nicht als Sicherheit für einen Kredit akzeptiert. Als Besicherung für günstige Bauzinsen lässt sich ohnehin nur alles verwenden, was bei einem Ratenausfall durch die Kreditbank auch gepfändet werden dürfte.